11 Richtigstellungen zur Piratenpartei

Zu folgenden Punkten:

  1. Piratenpartei? Ach, ihr seid doch nur eine Spasspartei!
  2. Warum habt ihr dann diesen Namen?
  3. Ihr seid doch die, die alles kostenlos aus dem Internet runterladen wollen!
  4. Hm, dann wollt ihr nicht das Urheberrecht abschaffen?
  5. Ihr seid doch nur für Internet-Benutzer interessant
  6. Aber trotzdem wollt ihr doch, dass das Netz ein rechtsfreier Raum bleibt, oder?
  7. Seid ihr nun eigentlich rechts oder links?
  8. Benachteiligt die Piratenpartei Frauen?
  9. Ihr habt ja gar nix zu Sozial-/Umwelt-/Wirtschaftspolitik in eurem Programm!
  10. Warum versuchen eure Mitglieder nicht in den etablierten Parteien etwas zu bewegen?
  11. Und wenn ihr die 5%-Huerde nicht schafft? Dann verschwende ich doch meine Stimme …


Disclaimer: Auch wenn ich im weiteren Verlauf von der Piratenpartei oft als “wir” spreche, ist dieser Artikel natürlich keine offizielle Äußerung der Partei, sondern nur von mir als einzelnem Mitglied.

1. Piratenpartei? Ach, ihr seid doch nur eine Spasspartei!

Unser Name mag nicht besonders seriös wirken, aber unsere Themen sind sehr ernst: Stärkung der Bürgerrechte, Schutz der Privatsphäre, mehr direkte Demokratie und freier Zugang zu Bildung. (Vollständiges Wahlprogramm lesen.)

Eine Spaßpartei würde kaum eine solche Eintrittswelle (von unter 1000 auf über 8000 Mitglieder in nur 4 Monaten) und ein solches Engagement auslösen. Und das vor allem in Altersgruppen die bisher als politikverdrossen abgeschrieben wurden.

2. Warum habt ihr dann diesen Namen?

Die allererste Piratenpartei entstand in Schweden als Reaktion auf die Musikindustrie, die Filesharer als “Verbrecher” und “Piraten” bezeichnete. Die Gründer nahmen den Begriff ironisch auf und wollten ihn positiv besetzen. Als sich in ganz Europa und darüberhinaus Schwesternparteien gründeten, übernahmen sie den Namen. Auch mich hat der Name anfangs sehr befremdet, aber nachdem man sich erstmal mit dem Namen angefreundet hat, bietet er viel kreatives Gestaltungspotenzial :) Außerdem zählen doch die Inhalte, oder nicht?

3. Ihr seid doch die, die alles kostenlos aus dem Internet runterladen wollen!

Nein, es geht uns nicht um kostenlose Downloads. Uns ist durchaus klar, dass Künstler eine angemessene Bezahlung verdienen!
Aber das Internet ändert gerade massiv und unumkehrbar die Spielregeln: Bisher gibt es Künstler, Konsumenten und die Verwertungsgesellschaften. Die Verwerter waren ursprünglich dazu da, Kultur zugänglich zu machen. Sie kaufen Künstlern die Rechte an deren Werke ab und vervielfältigen sie. Dabei entstand ein einträglicher Markt. Rechteverwerter verdienen im Normalfall viel mehr an den Kulturgütern, als diejenigen, die sie erschaffen haben.

Die jetztigen Verwertungsmodelle, pervertieren oftmals die ursprünglichen Absichten, so ist z.B. eine junge Sängerin finanziell ruiniert, weil sie für ihre Konzerte GEMA-Gebühren für ihre eigenen Stücke zahlen muss oder die FAZ kann Artikel von Elke Heidenreich ohne deren Einverständnis als Buch veröffentlichen.

Seit einigen Jahren macht das Internet die Verwerter als Vervielfältiger überflüssig. Es gibt bereits erfolgreiche Geschäftsmodelle mit denen Kulturschaffende ihre Werke direkt an ihre Konsumenten verkaufen, sowohl große international bekannte wie Radiohead, als auch kleine weniger bekannnte wie Angelika Express.
Kein Wunder, dass die Lobby der Verwerter – Musik-Labels, Verlage und Film-Verleihe – laut aufschreit und versucht ihre Pfründe zu sichern.

Die Piratenpartei wehrt sich dagegen, dass Filesharer kriminalisiert werden. Sich privat eine Kopie z.B. von der CD eines Freundes zu machen, ist vollkommen legal und sollte es auch bleiben, wenn diese Kopie digital ist.

Kopien die verkauft werden (Raubkopien) sollten weiterhin illegal sein.

4. Hm, dann wollt ihr nicht das Urheberrecht abschaffen?

Nein, wir wollen das Urheberrecht reformieren um den Interessen von Urhebern und Konsumenten gleichermaßen Rechnung zu tragen. Das Urheberrecht in seiner jetztigen Form war ja auch nicht immer so.
Mehr zur Urheberrechtsreform finden Sie in unserem Wahlprogramm.

5. Ihr seid doch nur für Internet-Benutzer interessant

Wieder ein klares Nein. Unsere Themen berühren unser alltägliches Leben:

  • Abbau unserer Bürgerrechte
  • zunehmende Überwachung, on- wie offline z.B. durch Kameras oder Handyortung
  • die zentrale Speicherung unserer Krankenakten auf der Gesundheitskarte
  • Studiengebühren & Büchergeld
  • Abgeben unserer Fingerabdrücke
  • Einsicht in unsere Konten für die USA

Es stimmt, dass die Ursprünge der Piratenpartei im Internet liegen und das wir uns ohne niemals so schnell zu einem handlungsfähigen Ganzen hätten organisieren können, aber unsere Ziele betreffen weit mehr als das Internet.

6. Aber trotzdem wollt ihr doch, dass das Netz ein rechtsfreier Raum bleibt, oder?

In aller Deutlichkeit: Das Internet war nie ein rechtsfreier Raum. Bei der Phrase vom “rechtsfreien Raum” handelt es sich um eine populistische Redewendung von Politikern auf Stimmenfang. Tatsächlich ist alles was im Internet verfügbar ist, irgendwo auf der Welt auf einem Computer (genannt “Server”) gespeichert. Die Inhalte sind nach dem Recht des Landes strafbar, in dem dieser Computer steht. Alles was auf deutschen Servern angeboten wird, ist also hier strafbar. Politiker verweisen an dieser Stelle gerne auf Server im Ausland, an die man dann nicht drankomme. Schwerwiegende Straftaten sind in jedem Land mit nennenswerter IT-Infrastruktur strafbar. Gerade bei der gern herangezogenen Kinderpornographie hat es Frau von der Leyen noch nicht geschafft ein Land zu nennen, in dem Kinderpornographie kein Straftatbestand ist. (Versucht hatte sie Kasachstan, Indien und “den Ostblock”, die aber sämtlichst Gesetze dagegen haben.)

An dieser Stelle hat es ein besonderes Geschmäckle, dass Phishing-Seiten, die versuchen Bank- und Kreditkartendaten zu ergaunern, binnen Stunden gelöscht werden, egal wo sie auf der Welt liegen. Dort geht also was bei kinderpornographischen Inhalten angeblich nicht geht, weswegen wir unbedingt eine Zensurinfrastruktur brauchen, die für ihren vorgeblichen Zweck technisch völlig ungeeignet ist. An dieser Stelle mag jeder seine eigenen Schlüsse ziehen…

Um zur Ursprungsfrage zurückzukehren: Wir wollen, dass das Internet zensurfrei bleibt und darüberhinaus Netzneutralität garantiert wird. Schon jetzt hat das Netz die Lebenswelt weiter Teile der Bevölkerung massiv verändert. Es öffnet ungeahnte Möglichkeiten des Austauschs mit anderen Menschen und den Zugang zum Wissen der Welt. Das wird sich ähnlich radikal auswirken, wie die Erfindung des Buchdrucks. Damals wie heute, betrachtet man neue Kulturtechniken mit Skepsis. Netzferne konzentrieren sich auf schlechtes im Internet, aber vergessen das enorme Potenzial für Wissen, Kultur und Partizipation – auch und gerade für Personen die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

All die schlimmen Dinge die dem Internet momentan angekreidet werden, wie z.B. Mobbing, passieren auch im wahren Leben. Manche schlimmen Dinge, wie z.B. Körperverletzung gehen aber nicht. Insgesamt ist das Internet genau so gut oder schlecht wie die Menschen darin.

7. Seid ihr nun eigentlich rechts oder links?

Piraten-WertedreieckDie meisten Leute irritiert, dass sich die Piraten nicht in das gängige Links-Rechts-Schema einordnen lassen. Wir selbst sehen uns als weder links noch rechts und am ehesten als humanistische Partei. Wenn man statt des einfachen Links-Rechts ein Wertedreieck zugrunde legt, wird klar, dass die Piratenpartei eine bisher unbesetzte Nische abdeckt.

8. Benachteiligt die Piratenpartei Frauen?

Ich, die ich diese Zeilen schreibe und eine Frau bin, finde das schonmal nicht. Mehr dazu schreibt Mela im Piraten-Newsletter.

9. Ihr habt ja gar nix zu Sozial-/Umwelt-/Wirtschaftspolitik in eurem Programm! Eine Partei die regieren will, muss darauf Antworten geben!

Ich sehe die thematische Einschränkung als Vorteil, weil meine Stimme so einem ganz bestimmten Themenbereich in den Fokus rückt.
Momentan äussern wir uns nur zu den Themen von denen wir wirklich Ahnung haben. Im Zuge unseres gewaltigen Mitglieder-Zuwachses werden wir schon in naher Zukunft Positionen zu weiteren wichtigen Themen erarbeiten können. Bis dahin wenden wir das Nuhr’sche Prinzip an, was ich mir auch von anderen Politikern dringend wünschen würde.

Ansonsten werden wir, falls wir die 5%-Hürde überspringen, nicht allein im Parlament sein und müssen daher (noch) nicht auf alles eine Antwort haben.

Hier ein Beispiel, wie die Grundhaltung der Piratenpartei auf andere Bereiche ausgedeutet werden kann. Und ich zumindest habe für nach der Bundestagswahl schon mehrere soziale Missstände im Auge, die ich gern mit und durch die Piraten angehen würde.

10. Warum versuchen eure Mitglieder nicht in den etablierten Parteien etwas zu bewegen?

Ich glaube einfach nicht mehr daran, dass die Regierung bzw. die Parteispitzen sich ohne Druck bewegen. Eine neue, überraschend erfolgreiche Partei die Stimmen, dadurch bares Geld und bequeme Posten und Pöstchen kosten kann, erzeugt diesen Druck.

Als es um die Internetsperren ging, waren die meisten Partei-Jugendorganisationen dagegen, konnten sich aber innerhalb ihrer Partei kein Gehör verschaffen.

Wenn ich meine Stimme den Grünen gebe, weiss niemand, ob mich Umweltpolitik oder Bürgerrechte dazu bewegt haben. Bei den Piraten ist meine Motivation klarer. Abgesehen davon, haben die Grünen während ihrer Regierungszeit Schilys Otto-Kataloge abgesegnet, auf denen Schäuble dann aufgebaut hat. Auch für die FDP sind Bürgerrechte nur ein Lippenbekenntnis: Obwohl sie versucht sich im Bundestagswahlkampf als Bürgerrechtspartei zu positionieren, hat sie gerade soeben, am 21.9.2009, in Sachsen für mehr Überwachung gestimmt.
Ausserdem will sie mit der CDU koalieren. Dreimal dürfen wir raten, wer dann Innenminister bleibt…

Hier gibt es einen Vergleich wie die etablierten Parteien über Bürgerrechts-relevante Themen abgestimmt haben.

11. Und wenn ihr die 5%-Huerde nicht schafft? Dann verschwende ich doch meine Stimme …

Erstens sind die 5% bei der aktuellen Dynamik gar nicht sooo unrealistisch und zweitens ist eine Stimme für die Piraten nie verschwendet, sondern immer ein deutliches Zeichen für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie. Warum das so ist, hat Martina hier wunderbar zusammengefasst.

Bitte geh am 27. September wählen! (Selbst wenn es nicht die Piraten werden.)

Klarmachen zum Ändern!

Updates:

  1. 23.8.’09: Mela hat diesen Text über Piratinnen geschrieben, nicht Bianca
  2. 24.8.’09: Interessanten Link eingefügt, wie wir uns ins politische Spektrum einfügen

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23 Responses to “11 Richtigstellungen zur Piratenpartei”

  1. postal dude (pdude) 's status on Wednesday, 23-Sep-09 05:09:48 UTC - Identi.ca Says:

    [...] http://www.geekin.de/index.php?p=246 a few seconds ago from seesmic [...]

  2. Babsi Says:

    Klasse geschrieben und das mit der Benachteiligung von Frauen sehe ich ebenfalls überhaupt nicht so!

  3. Wolkenfels Says:

    Danke für die schöne Zusammenfassung – kann ich in meinen Gesprächen gut verwenden.
    Die FDP in Sachsen ist wirklich unglaublich…

  4. Ben Says:

    Tolle Zusammenfassung der Vorurteile! Punkt 7 ist allerdings ausbaufähig und das Wertedreieck ist denke ich eher mit einem Augenzwinkern zu betrachten als wirklich ernst zu nehmen. Ich denke das Prinzip der Piraten ist dahingehend anders: bei links und rechts handelt es sich um Glaubensfragen. Die Piraten wollen eher auf fundierten Grundlagen wissenschaftlich nachweisbar die jeweils besten Entscheidungen treffen – soweit meine persönliche Interpretation.

  5. mokita » Blog Archive » Gastbeitrag: 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei Says:

    [...] von geekin.de hat einen schönen Beitrag über ein paar “Vorurteile” geschrieben, die über die Pairatenpartei [...]

  6. Wolkenfels Says:

    Ich halte diese rechts-links-Diskussion für ein Scheingefecht. Die Label “Rechts” oder “Links” bekommt man in der Regel von aussen aufgepappt. Man muss sich seine Klischee-Schublade nicht selber suchen. Niemand regt sich mehr auf, wenn die großen Volks(verdummungs)parteien sich als “Mitte” (oder noch viel schlimmer “neue Mitte”) bezeichnen.

  7. Richtigstellungen zur Piratenpartei « battlelancer Says:

    [...] einige der Piratenpartei noch mit Skepsis begegnen, fand ich gut, dass geekin.de “11 Richtigstellungen zur Piratenpartei” gepostet hat. Unter anderem räumt der Artikel mit Punkten [...]

  8. Bernd Eckenfels Says:

    Der Artikel über weiblichen Piraten ist von Mela geschrieben (leider überzeugt der Newsletter nicht durch Format und Formalien, dafür aber durch Inhalt).

    Gruss
    Bernd

  9. pallas Says:

    @Bernd: Vielen Dank für den Hinweis! Habe es korrigiert. Nützt leider nix für die Mirrors, aber besser als nix. Fettes Sorry an Mela!

    Bin vom Newsletter (gestern zum ersten Mal gelesen) schwer begeistert :)

    LG, Pallas

  10. Vorurteile über die Piratenpartei Says:

    Was müssen sich die Piraten nicht alles anhören? Wie viele Leute, die keine Ahnung haben, denken, sie wüssten uns schon einzuordnen? Eine umfassende Richtigstellung, wie diese hier war da schon lange mehr als überfällig:

  11. 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei - SoSuechtig.de Says:

    [...] Richtigstellungen – über die Piratenpartei schreiben. Verdammt, Corinna war schneller: 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei Du kannst die Kommentare per RSS 2.0 verfolgen. Du kannst gerne einen Kommentar hinterlassen [...]

  12. jump Says:

    Klasse Zusammenfassung. Meine eher holprigen Debatten mit Skeptikern werden dank solcher verschriftlichen Gedanken auch immer flüssiger!

    Danke! jump

  13. Torsten Says:

    Leider finde ich zu den Themen, die mir wichtig sind: Arbeit und Soziales nichts im Wahlprogramm der PiratInnen.

  14. pallas Says:

    @Torsten: Hast Du Punkt 9) gelesen? Letzlich ist es eine Frage der Prioritaeten. Ich sehe es so: Erst dafuer sorgen, dass uns Meinungsfreiheit & Mitbestimmung erhalten bleiben und gegen Lobbyismus kaempfen, dann gerechter verteilen (http://www.diakonie-baden.de/cms/pdf/hv1_borchert.pdf). Denn ohne ersteres ist zweiteres verdammt schwer.

    Wenn Du Dich ansonsten mit den Piraten identifizieren kannst, dann waehl doch diesmal noch eine Partei mit bestehendem sozialpolitischem Programm und mach danach bei uns mit :)
    Sorge dafuer, dass wir zu diesen Themen gute, moeglichst gerechte Positionen haben! Ich wuerde mich freuen! (Um mitzuarbeiten brauchst Du kein Mitglied zu sein.)

  15. Krüdewagen Blog » Blog Archiv » Warum Piratenpartei wählen und Richtigstellungen Says:

    [...] es eine schöne Zusammenstellung, warum jemand die Piratenpartei wählt. Einige wichtige Richtigstellungen und Hintergründe zur Piratenpartei werden sehr informativ und fundiert im Blog auf geekin.de [...]

  16. Dentaku » 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei Says:

    [...] 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei Zu den Punkten: [...]

  17. Endspurt im Wahlkampf « startafire Says:

    [...] die Werbetrommel für die jeweils bevorzugte Partei gerührt wird. Sehr gelungen finde ich die 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei bei geekin. Die sind auch interessant, wenn man noch nicht viel mit den Piraten zu tun [...]

  18. BB – Boomels Blog » Twitter-Action diese Woche 2009-09-25 Says:

    [...] quatsch – lesen und Inhalt zur Kenntnis nehmen http://www.geekin.de/index.php?p=246 #piraten+ #richtigstellung in reply to hdbcologne [...]

  19. Hier spricht keine Parteiführungsebene « Habt ihr nichts anderes zu tun? Says:

    [...] Informationen nutzen kann. Was mich zu meinem Fundstück bringt. Auf einer, mir bisher unbekannten Internetseite habe ich folgende Antworten zu einigen Fragen an die Piraten gefunden. Ich denke, wenn schon Herr [...]

  20. Krüdewagen Blog » Blog Archiv » Rheinische Post meint: Piratenpartei – Politik findet nicht statt Says:

    [...] dieser Stelle sei noch einmal auf den Beitrag “11 Richtigstellungen zur Piratenpartei” bei geekin.de hingewiesen. Auch ein Blick ins Wahlprogramm der Piraten hätte dem [...]

  21. Christoph Abele Says:

    Ich bin wirklich erstaunt über die guten Inhalte der “Piratenpartei”.
    Da das Internet tatsächlich eine echte Demokratie ermöglichen könnte ohne die
    Manipulation durch die etablierten Medien werde ich nun die Piratenpartei schon alleine aus diesem Grund unterstützen. Denn es scheint mir so, dass sie wirklich mehr echte Damokratie will. Über das Netz kann jeder seinen Hut in den Ring werden und muss nicht die Etablierten (Vertreter von Machtlobbys) fragen was er darf und was nicht. Man kann also nach altem Muster nur politisch tätig werden, wenn man sich als Instrument der Mächtigen einspannen lässt.
    So können aber keine echten und guten Volksvertreter zustande kommen, weil schon der erste Ansatz falsch ist. Das Ergebnis sehen wir ja und erleben es täglich !

    Dennoch möchte ich gleich zwei, wie mir scheint, sehr wichtige Anregungen geben.

    1) Der Name “Piratenpartei”
    Wir haben derzeit auf den Weltmeeren ein großes Piratenproblem, das aber auch rein gar nichts mit einer Romantisierung von Piraten gemein hat, sondern es sind ganz erbärmliche Verbrecher und Mörder.
    Daher muss dieser Name so schnell wie möglich geändert werden.
    Nur durch einen Medienbericht kam ich darauf, dass möglicher Weise etwas ganz anderes hinter diesem Namen steckt, als er vermuten lässt. Daher habe ich mir die Mühe gemacht mich lange vor den PC zu setzen und zu lesen, was die Piraten wirklich wollen – trotz dieses abstoßenden Namens !

    2) Was die Piratenpartei will scheint mir sehr gut und untestützenswert.
    Allerdings gebe ich zu bedenken, dass alleine so die Partei nicht zu einem Rückhalt in der Gesellschaft kommt, der groß genug wäre wirklich etwas zu bewegen denn:

    es genügt für andere Parteien die dümmere Hälfte der Bevölkerung hinter sich
    zu bekommen. Viele dieser Menschen liest kaum eine Zeitung – geschweige denn ein ausgefeiltes Pateiprogramm.
    Und viele Menschen der intelligenteren Hälfte hat gar nicht die Zeit dazu. Weitere der inttelligenteren Hälfte hat Immobilien und sonstige Güter und fühlt sich daher von den Konservativen wunderbar vertreten.
    Es bleibt also nur ein sehr kleiner Teil übrig, der das nötige Hirn, die Nötige Ausdauer und die nötige Motivation hat.
    Daher hat ja auch Oscar Lafontain mit seinen populistischen Wahlsprüchen “besteuert die Reichen” usw. so viel Erfolg.

    Und Menschen, die wirklich helfen könnten und wollen werden schon durch den Namen abgeschreckt.
    Nein, will man Menschen erreichen, dann muss man sie von dort abholen, wo
    diese stehen. Mit langen, ausgefeilten und noch so gut gemeinten “Phrasen” können die Mehrheit im Land nichts anfangen.
    Wollt Ihr also Eure Inhalte umsetzen (was toll wäre) , dann müsst Ihr erst den nötigen Rückhalt im Volk finden. Dafür müsst Ihr Euch aber mit den Kernproblemen dieses Volkes auseinander setzen. Denn mit 3 %(wenn überhaupt) , über die ihr sonst nicht hinaus kommen werdet (auch wenn wegen dem Netz dieser Wert sehr schnell erreichrt sein düfte und ihr daher fälschlich meint, dass es so weiter geht) erreicht ihr nichts davon !!

    Es gibt eine alte indianische Weisheit die besagt: Willst Du einen Fisch fangen, dann muss Du denken wie ein Fisch” !!!
    In diesem Fall muss man sagen “willst Du einen Bürger erreichen, dann musst Du heraus finden wo es den Bürger drückt und ihn verstehen” (ich will ja niemand fangen und “essen” oder ihn dann missbrauchen, sondern ihm und uns helfen).
    Leider machen die etablierten Politiker das leider genau anders. Sie geben nur vor ihm helfen zu wollen, um so an die Macht zu kommen, um sich dann mit Hilfer der Lobbys an diesem Bürger zu bereichern.

    Ihr sagt zwar ganz richtig, dass ihr Euch auf das beschränkt habe, von dem ihr etwas versteht. Als Anfang sicherlich gut und richtig. Aber wenn Ihr nicht sofort mit der eigentlichen Arbei beginnt, dann wird die Bewegung zu einer Seifenblase.
    Ich weiß, dass es viele ältere Mitbürger gibt (wie mich), die über sehr große Erfahrung verfügen und gar nicht wissen wo sie ihre Erfahrung einbringen können. Es ist schrecklich, wenn man so deutlich sieht wo alles hinläuft, aber keine jungen Mitstreiter hat, die einem helfen mit ihrem jugendlichen Elan.
    Daher hoffe ich sehr, dass Ihr den Rat von moralisch guten Ältereren sucht und zulasst. Zusammen könnte man sehr stark sein !!!
    Zurück zu denen, auf die es bei einer Wahl ankommt: zu den Menschen!

    Was will also der Großteil der Bevölkerung ?:
    - er will ARBEIT, die ihm genügend Geld zum vernünftigen Leben einbringt.
    - er will ein HAUS oder eine WOHNUNG, die bezahlbar ist und gut infrastrukurell angeschlossen ist.
    - er will LEBENSMITTEL, die bezahlbar und gesund sind
    - er will GESUNDHEIT, die bezahlbar ist
    - er will GESELLSCHAFTLICH NETT eingebunden sein
    - er will in FRIEDEN leben………..

    …. um erst einmal die 6 wichtigsten Themen aufzugreifen.

    Und hier muss man ihnen sagen, wie das wirklich möglich ist.

    Ich werde nun versuchen das wirklich ganz kurz zu schildern, wie das möglich ist:
    Wir leben in einer Weltwirtschaft in der einfach der Preis und die Qualität des Produkts zählt.
    Wer also hier das beste Angebot macht, der wird die Wahre verkaufen können.
    Daher haben die Asiaten und die Osteuropäer so gepunktet: Ihre Immobilienkosten waren eben im Vergleich zu unseren viel niedriger. Daher konnten sie ihre Arbeit viel billiger anbieten. Wir hatten zwar die besseren Maschinen, aber die Arbeitsproduktivität besteht eben aus Maschinenleistung UND menslicher Leistung. Diese Länder haben es geschafft mit dem einen Faktor Menschenleistung mit sehr billigen Löhnen eine bessere Arbeitsproduktivität zu erreichen und haben daher unseren Markt untelaufen.
    So wurde (und WIRD) ein Betrieb nach dem Anderen bei uns geschlossen.
    Hier wurden durch die Lobbys die Menschen zu “fett” (Immobilienvermögen) und zu mächtig (Wirtschaftsmacht). Daher wurde für die nachkommende Generation alles viel zu teuer.
    Ausserdem konnten es sich junge Menschen kaum noch leisten Familien zu gründen, weil eben die Immobilienkosten zu hoch lagen. Und durch die hohen Immobilinkosten wurden auch die Lebensmittelkosten und sonstigen Kosten für Waren des täglichen Bedarfs zu teuer, weil ja die hohen Immobilienkosten sich in diesen Kosten niedergeschlagen haben. Das hat den Generationenvertrag ausgehebelt. Und das hat Einfluss auf die Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung usw. usw…. Es läuft alles aus dem Ruder !!!
    Was muss geschehen, um wieder bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraum zu erhalten. Es muss genügend Bauland ausgewiesen werden, damit der Preis nach Angebot und Nachfrage wieder herunter geht. Aber es müssen auch billigere
    Baukosten durch intelligente Technik dazu kommen und Marktvielfalt (Einschränkung der Baugiganten und Monopole).
    Canada zeigt sehr schön auf, wie das sogar sehr schön möglich ist. Das führt hier aber zu weit das im Einzelnen darzustellen.
    Hinzu kommt die Finanzierbarkeit. Auch hier sind die Canadier ein gutes Beispiel.

    So und schon können die Menschen ihre Arbeit viel billiger einbringen und die Aufholjagd beginnen. Wir haben dafür ja gute Klimaverhältnisse und nach wie vor eine gute Infrastruktur. NUR DIE VERKRUSTUNGEN MÜSSEN HIER AUFGEBROCHEN WERDEN !!!! DIE L O B B Y S !!!

    Und damitr ergibt sich der gesamte oben aufgeführte Rest von alleine !

    Denn so bekommt er wieder Arbeit, die ihn ernährt.
    So beommt er wieder eine bezahlbare Wohnung.
    So muss er sich nicht abstessen um leben zu können und bleibt gesund
    (vor allem wenn er sich wirklich gesund ernährt und nicht auf die Lobbys der Lebenmittelindustrie und deren Werbung für ungesunden Scheißdreck herein fällt. Auch dafür muss ein guter Politiker sorgen !!
    So werden die Menschen wieder entspannter und können nett miteinander umgehen, statt sich zu bekriegen wegen jedem vielleicht möglichen JOB (als 5. Job damit man überhaupt durchkommt). So kann er in Frieden leben mit dem nötigen Maß an Arbeit (dass ihm auch nicht langweilig wird).

    Nun vergleicht bitte meinen Text mit der Länge Eures Wahlprogramms und den Inhalt.
    Meinen Text verstehen die Leute, glaubt mir. Diese Erfahrung habe ich schon am Marienplatz gemacht, als die Abendzeitung den Bürgerbus einführte.
    Als ich dann aber meine Meinung sagte und mindestens 3.000 Bürger das toll fanden, da drehte man mir ganz schnell das Mikro ab. Denn ich war eine Gefahr für das Establishment und die Lobbys, zu denen ja auch diese Medien gehören.

    Also, hoffentlich nehmt ihr mich an.
    Denn es geht nur über die Freiheit des Netzes und das Know How damit umzugehen. NUR so kann man die Medienmacht umgehen.
    Ich machte damals eine Partei auf und wir fingen an gut zu sein bis zu dem Tag, als wir erkannten, dass wir ja die Medien brauchen, um die Menschen im Land zu erreichen. Diese machten uns schnell fertig. Namentlich die Süddeutsche Zeitung, die mich dann als angeblichen Immobilienspekulaten dämonisierte und das ZDF, das uns ganz betrog. Denn ich bot ihnen Hintergründe über die “legale Bestechung” Parteispendengesetz an. Sie wollten diese Geschichte angeblich um uns herum aufbauen, um uns bekannt zu machen. Sie hatten nicht einmal einen Film in der Rolle als sie uns angeblich filmten und uns interviewten !! Als Trost für diesen Betrug boten sie mir dann ein Honorar an !!!
    Da aber die etablierte Politik diese Posten bei ARD und ZDF bestimmt ist klar, dass ich so einen Bericht nicht dort durch bringe, wenn ich ja gerade das Etablishment angreife !!! Was sollten wir aber damals ohne das Netz machen ??
    Daher möchte ich es jetzt nochmals mit Euch versuchen und habe große Hoffnung.
    Und wir werden sicherlich viel Untestützung von anderen meiner Generation (Baujahr 51) noch dazu erhalten.

    Noch einen sehr wichtigen Punktr möchte ich auch gleich noch nennen:
    Die Energiebeschaffung, Art und Kosten.
    Auch hier bin ich recht bewandert, weil ich mich damit viel auseinander gesetzt habe.

    So, nun seid so gut und setzt das so, dass es viele mitbekommen.

    Lieben Gruß

    Christoph

  22. “11 Richtigstellungen zur Piratenpartei” Says:

    [...] und bin auf diesen Artikel gestoßen. Darin veröffentlich er einen von einer gewissen Corinna im geekin.de-Blog geschriebenen Text, der sich mit ein paar bekannten Vorurteilen gegenüber der Piratenpartei [...]

  23. prague hotel apartments Says:

    prague hotel apartments…

    geekin.de » Blog Archive » 11 Richtigstellungen zur Piratenpartei…